Frankreich ist der Maßstab, an dem sich die Weinwelt orientiert. Im 6. Jahrhundert v. Chr. brachten die Griechen erste Weinstöcke mit in ihre neu gegründete Stadt Marsilia - dem heutigen Marseille. Später verbreiteten die Römer den Weinbau im ganzen Land. Für das kühlere und feuchtere Klima in der Mitte und im Norden Frankreichs mussten neu Rebsorten gefunden und durch jahrhundertlange Kreuzung angepasst werden. Im Mittelalter begannen Mönche damit, die Qualität verschiedener Böden zu untersuchen und systematisch zu erfassen. Anhand des unterschiedlichen Zusammenspiels von Klima, Rebsorte und Boden bildeten sich die großen Weinregionen Frankreichs und ihre typischen Weine heraus. Noch heute sind Französischen Weinarchetypen wie Bordeaux oder Burgunder Vorbild für Winzer in aller Welt.
Bordeaux Corbières Languedoc Rhone
In Italien ist Wein ein Teil der Lebensart. Es gibt ihn in Italien bereits seit der frühen Antike und noch heute widmen sich fast 40% aller Landwirtschaftsbetriebe auf der Apenninenhalbinsel dem Weinbau. Auf einer Fläche von mehr als 900.000 Hektar werden jährlich über 60 Millionen Hektoliter Wein erzeugt. Italien ist damit neben Frankreich der wichtigste europäische Weinproduzent. Jede der 20 italienischen Verwaltungsregionen hat ihre eigenen Rebflächen. Die Weinberge liegen vor allem an Hängen und auf Hügeln. In der Ebene gibt es so gut wie keinen Weinbau, dafür findet man in Italien Hanglagen in jeder nur denkbaren Form. Das Weinbauland Italien erstreckt sich von den Tälern Südtirols bis nach Sizilien und die großen klimatischen Unterschiede tragen zur Vielfalt der Italienischen Weine bei.
Piemont Toskana Veneto
Portugals Weine sind eng mit der Geschichte des Landes verbunden. Vor weniger als 500 Jahren war Lissabon der wichtigste Hafen der Welt. Die „Seefahrerweine“ Port und Madeira wurden erfunden, um auch auf ausgedehnten Reisen übers Meer nicht zu verderben. Lange Zeit überstrahlte ihr Ruhm den Rest der einheimischen Gewächse. Heute gilt es deshalb einen reichhaltigen Schatz an noch nahezu unbekannten Rebsorten zu heben. Aus einer Fülle von Regionen mit großem Potential stechen zur Zeit der weiße Vinho Verde von der nördlichen Atlantikküste und der rote Dao aus dem Landesinneren hervor.
Duoro
In Spanien befindet sich die Weinwelt im Aufbruch. Durch die Pyrenäen vom Rest Europas getrennt, konnten die Iberer lange Zeit nicht im Konzert der großen Weinnationen mitspielen. Dabei ist die Rebfläche Spaniens um ein Drittel größer als die Frankreichs, und die Weingeschichte des Landes ist lang und verdienstvoll. Inzwischen investiert das Land jedoch gewaltige Summen in den Bau neuer Bodegas und die Modernisierung rückständiger Keller. Nicht nur Rioja und Navarra sind deshalb wieder in aller Munde. Auch aus Regionen mit nie gehörten Namen kommen jetzt große Gewächse. Noch auf lange Zeit wird es in Spanien deshalb viel zu entdecken geben.
Alicante La Mancha Penedes Rioja Yecla